Dienstag, 18. Dezember 2012

Wenn Lisa Nerz Sie besucht ...

... dann ist das Chaos nicht weit. 

Event-Texte von Christine Lehmann

Sie feiern ein Fest und möchten Ihre Belegschaft erfreuen, ein Geburtstagskind beschenken, für Ihren Laden werben, Sie eröffnen oder beenden eine Ausstellung, Sie planen eine Stadtteilführung ... Schwabenreporterin Lisa Nerz und Oberstaatsanwalt Dr. Richard Weber sind gerne mit dabei, denn garantiert ist etwas sehr Wichtiges gestohlen worden. Dass die beiden es wiederfinden, wird nicht garantiert. 

Aber ein Versuch ist es immer wert: Ich schreibe für Sie und den Anlass zugeschnitten einen witzigen, schräg intelligenten Kurzkrimi und ich trage ihn vor.

Dabei kommt ungefähr so etwas heraus.
"Der wilde Kerl - ein Wahlkampfkrimi" für unseren Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn
oder:
"Die gestohlene Ausstellung" zur Finissage einer Ausstellung der Künstlerin, Ruth Baumann.


Oder schauen Sie in meinen Shop

Montag, 17. Dezember 2012

True Blue in Sindelfingen

Am vergangenen Freitag hat Buch Röhm in Sindelfingen diese ganzseitige Anzeige in der Sindelfinger Zeitung geschaltet. Die Besprechung stammt von Susanne Heßelmann. Schön, kurz und knackig.

Freut mich.

Eukalyptusmond
Verlieb dich nicht in Australien!
Für Jugendliche ab 13 Jahren.

Als Lena für ein Jahr zum Work & Travel nach Australien kommt, ist sie voller großer Erwartungen. Doch statt die plötzliche Freiheit zu genießen und die pulsierenden Metropolen zu erkunden, landet sie auf der Walker Farm im hintersten Winkel von Queensland. Hier erwartet sie nichts als unberührte Wildnis und harte Arbeit.
Der einzige Lichtblick ist der Buschpilot Bran, der Sohn ihrer Arbeitgeber. Verschwiegen, distanziert, aber ungemein attraktiv. Nach und nach erfährt Lena, dass Bran einen Großteil seiner Kindheit bei einem Aboriginal-Stamm verbracht hat und spürt, dass es ein dunkles Geheimnis in seiner Vergangenheit gibt. Dennoch besteht eine seltsame Verbundenheit zwischen ihnen, denn beiden gemeinsam ist der große Traum vom Fliegen. Langsam öffnet sich Bran und führt Lena in die geheimnisvolle Kultur der Aboriginals ein. Dabei muss sie erkennen, dass die australische Gesellschaft die Ureinwohner nach wie vor nicht respektiert und noch immer von ihrem angestammten Land verdrängt. Zusammen mit Bran gerät sie zwischen die Fronten, als es darum geht, die Rechte der Ureinwohner zu verteidigen. Dadurch wird ihre Liebe immer stärker. Eine Liebe, die nicht sein kann, denn Lenas Tage in Australien sind gezählt. Und auch Brans dunkles Familiengeheimnis birgt eine große Gefahr ...

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Sonntag, 2. Dezember 2012

Der Literaturpreis ist männlich - die Jury nicht

Stuttgarter Buchwochen 2012, Deutscher Buchpreis
Ich habe eine ernste Frage an den Literaturbetrieb:
Brauchen wir eine Frauenquote?

Auf den Stuttgarter Buchwochen werden heuer liebevoll in einem Regal die knapp 140 Bücher präsentiert, die 2012 prämiert wurden. Man staunt, wie viele Literaturpreise es in Deutschland gibt. Erschreckend dabei:

Von den 139 Büchern wurden nur 18 von Frauen verfasst. Das sind gerade mal knapp 13 Prozent.

Selbst wenn ich mich wahrscheinlich um ein oder zwei verzählt und verrechnet habe, ist das bestürzend.

Ein zweites Regal präsentiert die Longlist des Deutschen Buchpreises 2012. Ich zähle 12 Männer und 6 Frauen. Auf die Shortlist haben es 5 Männer und 1 Frau geschafft. Die eine Frau -  Ursula Krechel - hat dann den mit 25.000 Euro dotierten Preis erhalten.  Im Jahr davor bekam den 1. Preis Eugen Ruhe. Doch die Bilanz sieht zunächst ganz gut aus: Seit 2005, seitdem es den Preis gibt, haben 5 Frauen und 3 Männer den 1 Platz gemacht. Anders sieht es jedoch auf den Short-Listen aus. Wer dort steht, hat immerhin 2.500 Euro bekommen. Es waren 34 Autoren und 14 Autorinnen (29 %). Und ich wette, im kommenden Jahr bekommt den Preis wieder ein Mann, damit es paritätisch wird.

Der mit 5.000 Euro dotierte Friedrich-Glauser-Preis der Krimivereinigung Syndikat ist seit 1987 sechsundzwanzig Mal verliehen worden, und zwar an 20 Männer und 6 Frauen (23%). Und das obgleich im Syndikat inzwischen weibliche und männliche Autor/innen in gleicher Zahl vertreten sind. Den in Baden-Württemberg wichtigen Thaddäus-Troll-Preis haben 23 Männer und 9 Frauen (28%) bekommen, wobei die meisten Frauen in den letzten Jahren bedacht wurden. Der Preis ist 10.000 Euro dotiert. Und, wen wundert es, in 111 Jahren Geschichte des Literaturnobelpreises, haben ihn nur 11 Frauen bekommen (9%). Wobei man den Juroren zugute halten muss, dass man ja noch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein nicht wusste, dass Frauen nicht nur Geliebte von Schriftstellern sind und nur in Ausnahmefällen für ihre Opferrolle Worte finden, für die man sie bewundert und in Kultursendungen in Funk und Fernsehen nachwievor das "die" vor ihrem Nachnamen stelzt.

Wir Frauen sind noch immer ein Sonderfall des Kulturgedankens. 

Machen wir uns auch nichts vor. Prämiert werden nicht die nach objektivierbaren literarischen Kriterien als beste beurteilten Bücher. Preisvergaben sind eine Mischung aus Bauchgefühl, Bildungsbürgertum und Rückgriff aufs Bewährte. Manche Jury muss sich auch selbst aufwerten, indem sie namhafte Schriftsteller (seltener Schriftstellerinnen) bedenkt. Und wie viele Jurorinnen und Juroren sind sich wirklich ihrer Sache sicher? 

Warum finden auch Frauen Bücher interessanter, die von Männer geschrieben wurden? Das möchte ich gern wissen. 
 
Die schlechte Frauenquote bei Literaturpreisen kann nicht daher kommen, dass wir Frauen schlechtere Bücher schreiben als Männer. Es kann auch nicht daran liegen, dass es weniger Frauen als Männer gäbe, die schreiben und veröffentlichen. Genauso wenig kann es daher kommen, dass die Jurys heute noch von Männern dominiert wären, wenn auch die Literaturkritik in den Feuilletons von Männern beherrscht wird. Es gibt viele Frauen, die mittlerweile in Jurys sitzen (Buchhändlerinnen, Bibliothekarinnen, Fördervereinsvorsitzende, Autorinnen, Journalistinnen). Es dürfte inzwischen sogar etliche Jurys geben, in denen die Frauen die Abstimmungsmehrheit haben. Woran liegt es aber dann, dass der Literaturpreis in Deutschland männlich ist? 

Ich bitte um eine Erklärung. 


Donnerstag, 29. November 2012

Lisa Nerz auf der Wüsten Welle

Sehr versteckt im Wald liegt das Studio des Freien Radios Wüste Welle, das für Tübingen und Reutlingen sendet. Ich war zum zweiten Mal zum Interview eingeladen, diesmal mit meinem Krimi "Totensteige". Das Interview führte Elvira Stecher

"Christen Lehman spricht über die Rolle der Protagonistin und erläutert hierbei den Aspekt des Feminismus im 21. Jahrhunderts", heißt es auf der Magazin Seite der Wüsten Welle. " So sei es das männliche Geschlecht, das die Themen bestimmt. Totensteige ist jedoch ein vielschichtiges Lesevergnügen, in dem Politik und ihre Beziehung zu Medien berücksichtigt werden. Außerdem stellt sich die Frage nach Identität. Im Gespräch mit Elvira geht die Autorin und Journalistin auf diese und viele weitere Punkte ein.
Zum Schluss verrät sie, warum ihr Krimithriller in das Genre Roman passt und was überhaupt ein erfolgreicher Krimi ausmacht."
Zur Wüsten Welle und zum Podcast des Interviews in voller Länge, aber ohne die Musik.

Sonntag, 25. November 2012

Die gestohlene Ausstellung in limitierter Auflage

Wir stellen eine Auflage von 100 Stück her, für alle, die den Text über Kunst, Kunstraub, die Mona Lisa, die Fibonacci-Reihe und die Rätsel des Goldenen Schnitts, nicht als E-Book bei Amazon erwerben wollen, sondern etwas aus Papier mit Cover in der Hand halten möchten. Womöglich auch verschenken. Das Büchlein umfasst 23 Seiten und enthält Bilder.

Den Text habe ich anlässlich der Finissage von Ruth Baumanns Bildern in der Galerie Merkle einem völlig überraschten und fasziniertem Vernissagen-Publikum vorgetragen. Lisa Nerz fasst Kunst an, löst bei der Galeristin Entsetzen und bei Richard Weber allerlei Besserwisserei aus.

Bestellen per Mail an mich oder über den Lisa-Nerz-Shop

Mittwoch, 21. November 2012

Jetzt ist es passiert


das erste dicke E-Book von mir ist erschienen.


Der Goldfisch 
Ein Liebesroman mit Thrillereigenschaften,
21. Nov. 2012, E©hl, B00AAIAFMA
Kindle-Edition/Amazon
Kaufen

Sekretärin trifft Millionär, und beide sind voneinander fasziniert. Das klingt nach dem Traum vom ganz großen Glück. Aber so einfach ist es eben nicht. Zumindest nicht für die Lyrikerin Esther Kuhn. Sie findet den aggressiven Investment-Banker Falk Vischer zwar attraktiv, aber ihr missfällt aufs Heftigste, wie er sich die Welt kauft und Menschen manipuliert. Eine Jagdgesellschaft in Meißen wird für sie zum Desaster. Doch jetzt wind ihre Freundinnen ganz gierig auf das Geld, das ihr vermeintlicher Lover hat. Esther verliert alles und wird auch noch entführt. Falk Vischer müsste das Lösegeld zahlen, um sie zu retten. Und sich entscheiden. Aber wie er es macht, macht er es falsch.

P.S.: Dafür habe ich auch gleich schnell einen virtuellen Verlag gegründet, für den der Stern mit dem Copyright-Zeichen steht. Ein virtueller Verlag braucht ja keinen aussprechbaren Namen. Man wird ihn nie nennen. Aber er könnte E©hl heißen. Oder so. 

Montag, 19. November 2012

Goldgruben und Goldfische

E-Books werden die Verlage nicht umbringen, aber den Buchhandel, vor allem den kleinen und privaten. Mein Lieblingsbuchladen wird im März schließen. Aus, Ende, vorbei. Wer berät mich jetzt?

Aber das darf kein Grund sein, E-Books zu verteufeln. Was bequem ist, setzt sich durch. Momentan sind E-Books, wenn sie von Verlagen angeboten werden, nur noch etwas zu teuer. Das verführt zur Raubkopie. Leider. Aber Verlage möchten halt ihren gedruckten Büchern nicht wirklich im E-Book-Markt Konkurrenz machen. Ich denke, in einigen Jahren wird es mit den Taschenbüchern zu Ende gehen. Lesefutter landet auf dem Kindle oder auf Tablett-Computern. Bücher wird es nur noch solche gedruckt geben, mit denen man sich und seinen Bücherschrank schmücken will. Premium-Ausgaben in Leder mit Goldschnitt.

Klar ist, auf dem E-Book-Markt haben Selbstveröffentlicher riesige Chancen, irgendwo ihre Leser/innen zu finden, auch wenn das Kritik- und Vermarktungswesen ihnen dort nicht helfen wird. Ich habe bei mir auf dem Computer einen Roman entdeckt, der vor etlichen Jahren nicht mehr bei der Frauen-Liebes-Kommödien-Reihe von Knauer untergekommen ist. Ein Schubladenbuch. Und das habe ich jetzt bei Amazon als Kindle-Edition veröffentlicht. Mal schaun ...

Der Goldfisch 
Ein Liebesroman mit Thrillereigenschaften
(c) Christine Lehmann, demnächst als Kindle-Edition/Amazon, Nov. 2012. Kaufen

Zum Inhalt: Sekretärin trifft Millionär, und beide sind voneinander fasziniert. Das klingt nach dem Traum vom ganz großen Glück. Aber so einfach ist es eben nicht. Zumindest nicht für die Lyrikerin Esther Kuhn. Sie findet den aggressiven Investment-Banker Falk Vischer zwar attraktiv, aber ihr missfällt aufs Heftigste, wie er sich die Welt kauft und Menschen manipuliert. Eine Jagdgesellschaft in Meißen wird für sie zum Desaster. Doch jetzt wind ihre Freundinnen ganz gierig auf das Geld, das ihr vermeintlicher Lover hat. Esther verliert alles und wird auch noch entführt. Falk Vischer müsste das Lösegeld zahlen, um sie zu retten. Und sich entscheiden. Aber wie er es macht, macht er es falsch.

Mittwoch, 14. November 2012

Lisa Nerz unterwegs ... zwei Kurzkrimis


Von Zeit zu Zeit lasse ich Lisa Nerz und Richard Weber antanzen bei einem Ereignis, wie hier für eine Stadtführung in Cannstatt am Neckar entlang oder die Finissage einer Ausstellung von Bildern von Ruth Baumann.

Das sind Texte, die verbal veröffentlicht werden, aber nicht im Buchhandel zu kaufen sind. Eigentlich sind sie Sternschnuppen. Doch es gibt nun immer mehr Leute, die die Texte haben möchten. Deshalb gibt es sie jetzt als E-Book für den Kindle.

Die gestohlene Ausstellung - Lisa Nerz und Richard Weber über den Diebstahl der Mona Lisa, den goldenen Schnitt und die sechste Seite des Würfels. Nov 2012, 24 Seiten mit Bildern
Kaufen als E-Book: Kindle-Edition
gedruckt direkt bei mir per Mail bestellen. (6.- Euro (einschl. Versand))

Der wilde Kerl - Ein Wahlkampfkrimi. Lisa Nerz und Richard Weber machen das Neckarufer in Cannstatt unsicher und finden den wilden Kerl halbtot. Sept. 2012, als E-Book: Kindle-Edition

Sonntag, 11. November 2012

Die gestohlene Ausstellung


Vorgelesen anlässlich der Finissage der Ausstellung der Bilder von Ruth BaumannGalerie Merkle
am 9.11.2012


»Wie schön, dass Sie kommen konnten, Herr äh ... Dr. Weber«, sagt die Galeristin. Ihr Ton ist unfroh und passt nicht zur Semantik. Beunruhigt flackert ihr Blick mich ab. Ja, ich passe auch nicht zum eleganten Oberstaatsanwalt für Wirtschaftsstrafsachen am Landgericht Stuttgart. Er trägt einen cognacfarbenen Dreiteiler, handgemachtes Schuhwerk und im Gesicht das aggressive Selbstbewusstsein profunder Bildung und schwäbischer Besserwisserei.
       Ich hingegen habe eine Unterschichtfresse und ein Auftreten, das einige dezent burschikos nennen, andere ungehobelt und wieder andere gendermäßig oszillierend. Ich nehme ihr die Frage ab, ob sie mich als Herr oder Frau begrüßen soll und sage: »Schwabenreporterin Lisa Nerz.«
       »Presse?« Sie zieht die gezupften Brauen hoch. Eigentlich freut man sich doch als Galeristin, wenn die Presse erscheint. Sie kommt selten genug für all das Singuläre und Wichtige, was Kultur zu zeigen hat.
       »Hier soll etwas verschwunden sein«, bemerke ich. »Eine Ausstellung, habe ich gehört.«
       »Da sind Sie falsch informiert.« Die Galeristin schaut sich um. »Die Arbeiten sind alle da.«
       »Alle?«
       »Soviel ich weiß, schon.«
       »Wie heißt denn die Künstlerin?«, frage ich.
       »Ruth Baumann!«, antwortet Richard mahnend. Vermutlich hat er es mir gesagt, bevor wir aufgebrochen sind. Aber ich bin früh veralzheimert. »Klingt, als müsste man sie kennen.«
.....
 
Die gestohlene Ausstellung - Lisa Nerz und Richard Weber über den Diebstahl der Mona Lisa, den goldenen Schnitt und die sechste Seite des Würfels.
24 Seiten. Kaufen als E-Book: Kindle-Edition
gedruckt direkt bei mir per Mail bestellen. (6.- Euro (einschl. Versand)


Samstag, 6. Oktober 2012

Das Ende der Buchläden

Christine Lehmann grübelt übers Urheberrecht in der "Brücke zur Welt" der Stuttgarter Zeitung.

"... Urplötzlich sind zwei Generationen aufeinander geknallt. Von der einen Seite kamen die Künstler, von der anderen die Face-down-Generation,die, den Blick fest auf den Bildschirm gerichtet, Wissen, Unterhaltung und Kunst haben möchte, ohne vom Stuhl aufzustehen ... Wie aber wollen wir Autor/innen im Internetzeitalter noch unseren Schnitt machen? ..."

Der ganze Artikel in der Stuttgarter Zeitung - online 

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Er spinnt sich im Leben fort

Die imaginative Kraft einer Christine Lehmann ist strahlender denn je. Als kürzlich Francois Hollande zum Antrittsbesuch bei Frau Merkel abhob und sein Flugzeug vom Blitz getroffen wurde, blitzte in meinem Kopf kurz eine lächelnde Lisa auf. Als der Virus „Flame“ die mediale Runde machte, war der – im Roman sterbende – Computerhacker in meinem Kopf, Obama ohnehin.
Lehmanns Text schafft etwas, was nur wenige Texte schaffen: Er spinnt sich in meinem Leben fort. Die kritischen Töne zu Medienhype, Hysterie und falschem Zauber wirken nach. Nein, „Totensteige“ ist nicht behäbig – auch nicht im Kontext der Serie – der Roman ist klug komponiert, exakt getaktet und eine glaubhafte Weiterentwicklung der Figur Lisa Nerz. (Ludger Menke - Krimiblog - in Facebook)

Totensteige - der zehnte Lisa-Nerz-Krimi, Argument/Ariadne, 2012
online bestellen bei Under-Cover
jetzt auch als E-Book,

Samstag, 22. September 2012

Reif für die Rechtsmedizin

Der wilde Kerl 

wurde am Ende gefunden. Und zwar von Schwabenreporterin Lisa Nerz und Oberstaatsanwalt Dr. Richard Weber bei einer Begehung des Neckarufers in  Cannstatt. Was hat es mit dem Rosensteinbunker auf sich, welche war die erste Brücke zwischen Cannstatt und Stuttgart und warum wurde keiner der Gäste von einem Radfahrer überfahren? Lisa hat es Richard schwer gemacht zu antworten. Interessierter Zuhörer war Fritz Kuhn, Kandidat der Grünen für das Amt des Oberbürgermeisters von Stuttgart.

Und kleine Anmerkung: Noch nie habe ich es erlebt, dass ein Politiker sich einen Krimi von mir schon gekauft hatte, bevor er mir die Hand schüttelte. Die meisten lassen sich die Bücher von uns schenken.


Der wilde Kerl - ein Wahlkampfkrimi
einmalig verbal veröffentlicht am 22. Sept. 2012 auf einem Stadtteilspaziergang.


Wer ihn haben will, kann mir mailen oder ihn über den Shop bestellen.


Ein Auszug: 

Ich habe erst kürzlich die emotionale und intellektuelle Reife erlangt, die inneren Widerspruch der Demokratie zu akzeptieren. Es heißt immer, jede Stimme zählt. Aber das heißt nicht, dass geschieht, was ich für richtig halte, sobald ich mein Kreuzchen mache. Es nützt alles nichts, wenn nicht sehr viele meiner Meinung sind. Leider bin ich die Minderheit in Person. Nix an mir ist wählbar. Na gut, ich will ja nicht Oberbürgermeisterin werden. Wer wählt schon eine Schwabenreporterin Lisa Nerz mit Narben im Gesicht, die mit Anzug und Krawatte auf dem Cannstatter Marktplatz unterm punkschwarzen Sonnenschirm steht und das Grundrecht auf Ladendiebstahl fordert. Oder Freiheit für Nerze. Oder: Nehmt Jesus vom Kreuz. Und dann schaun wir mal, wie die Welt sich aufstellt, wenn niemand sich opfern muss, damit alle sich lieben. Auch so ein innerer Widerspruch.
         Aber vielleicht sollte ich es mir überlegen. Demokratie ist ja nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht.
         »War eigentlich schon Anmeldeschluss?«, erkundige ich mich.
         »Wofür?«
         »Für die OB-Kandidaten. Wenn ich OBöse wäre, würde ich zu allererst den Neckar für die Berufsschifffahrt sperren, damit die Leute baden gehen können und der Stuttgart Cannstatter Ruderclub für seine Boote freie Fahrt hat.«
         »In der Tat, ein zentrales Thema«, bemerkt Richard.
         »Jedes Thema ist ein zentrales Thema. Da wo ich stehe, ist der Mittelpunkt der Welt. Schau dir beispielsweise mal diesen wunderschönen Platz an. So typisch für diese Stadt. Zuerst schuf man die Autos. Dann die Fußgänger. Und als man dachte, nun sei alles gut, schuf der Satan die Radfahrer. Und dann kam ein Käpsele und erfand den Radweg ...«

Sonntag, 26. August 2012

A Writer at Work

Was könnte ich jetzt mal schreiben? Ein Krimi über ... hm, ja ...? Muss es eigentlich immer ein Krimi sein? Oder könnte es mal einer ohne Leiche sein. Nur Wirtschaftskriminalität oder die ganz gewöhnliche Gemeinheit ... Aber das mögen die Leser/innen wieder nicht so gern.
Und überhaupt ... Wovon soll er handeln, diesmal?
Irgendwas wird mir schon einfallen. Nur wann? Wenn ich wütend genug bin. Ein politischer Krimi entsteht nicht, weil ich Gesellschaftskritik betreiben möchte. Sondern aus Zorn. Auf Einzelne, die von anderen - uns - die Erlaubnis bekommen, so zu handeln wie sie handeln. Warum aber geben wir ihnen die Erlaubnis? Weil wir nicht erkennen, dass die Guten die Bösen sind. Wir sind zu fasziniert von denen, die böse lachen.

Mittwoch, 15. August 2012

Ein Feuerwerk der Fabulierkunst


schreibt Jürgen Priester auf/in der Krimi-Couch. Er hat Totensteige rezensiert. Nein, nicht rezensiert, gelobt, bejubelt und sein Lob auch noch klug verteilt. Mehr kann ich mir als Autorin nicht wünschen. Ich lehne mich gemütlich zurück in der Couch und genieße. (Lisa Nerz triumphiert ganz und gar nicht ladylike.)

"Man könnte Christine Lehmanns 10. Folge ihrer Lisa-Nerz-Reihe ohne weiteres als ihr bisheriges Opus magnum bezeichnen. Magnum nicht allein wegen seines, im Vergleich zu den Vorgängern, stolzen Umfangs von 537 Seiten. Die Autorin hat halt viel zu erzählen und davon ist – das sei schon mal vorausgeschickt – nicht eine einzige Zeile langweilig", schreibt Jürgen Priester und endet:

"Der Rezensent hat sich seine "über 90°- Bewertungen für ganz besondere, außergewöhnliche Romane vorbehalten; Totensteige ist einer davon.Was Christine Lehmann hier auf über fünfhundert Seiten zelebriert, ist wahre Fabulierkunst. Man spürt in jeder Metapher, jedem Satz, jeder Szene, dass sie wohl durchdacht, aber spontan entstanden sind. In der Leserunde zu Totensteige im Krimi-Couch-Forum (Link – s.u.) verriet die Autorin ihr Geheimnis:
      »Jawoll! Ich schreibe mit Ernst und Leidenschaft, aberauch immer mit einem riesigen Lachen im Hintergrund.«
      Diese Eigenschaften spürt der Leser nicht nur, sie werden auch auf ihn übertragen. Fasziniert erlebt man mit, wie die Autorin die Spirale des Wahnsinns immer höher schraubt, bis sie in einem finalen Ultimatum endet.
      Dieser vielseitige Plot, der auf verschiedenen Ebenen dargeboten wird, sucht in der deutschen Kriminalliteratur seinesgleichen. Hier paaren sich Wissen, Fantasie und Inspiration mit Humor und Sprachgewalt. Mit Totensteige hat Christine Lehmann sich und ihrer Heldin ein Denkmal gesetzt."

Die ganze Rezension auf der Krimi-Couch

Montag, 23. Juli 2012

Verlieb dich nicht in Australien!

Mal nicht ein Krimi, sondern ein Jugendbuch. Übrigens schon das Dritte, das im Stuttgarter Verlag Thienemann erscheint. 

Eukalyptusmond - der neue Liebesroman für Jugendliche von Christine Lehmann

Als Lena für ein Jahr zum Work & Travel nach Australien kommt, ist sie voller großer Erwartungen. Doch statt die plötzliche Freiheit zu genießen und die pulsierenden Metropolen zu erkunden, landet sie auf der Walker Farm im hintersten Winkel von Queensland. Hier erwartet sie nichts als unberührte Wildnis und harte Arbeit. Der einzige Lichtblick ist der Buschpilot Bran, der Sohn ihrer Arbeitgeber. Verschwiegen, distanziert, aber ungemein attraktiv. Nach und nach erfährt Lena, dass Bran einen Großteil seiner Kindheit bei einem Aboriginal-Stamm verbracht hat und spürt, dass es ein dunkles Geheimnis in seiner Vergangenheit gibt. Dennoch besteht eine seltsame Verbundenheit zwischen ihnen, denn beiden gemeinsam ist der große Traum vom Fliegen. Langsam öffnet sich Bran und führt Lena in die geheimnisvolle Kultur der Aboriginals ein. Dabei muss sie erkennen, dass die australische Gesellschaft die Ureinwohner nach wie vor nicht respektiert und noch immer von ihrem angestammten Land verdrängt. Zusammen mit Bran gerät sie zwischen die Fronten, als es darum geht, die Rechte der Ureinwohner zu verteidigen. Dadurch wird ihre Liebe immer stärker. Eine Liebe, die nicht sein kann, denn Lenas Tage in Australien sind gezählt. Und auch Brans dunkles Familiengeheimnis birgt eine große Gefahr.

Erscheint am 20. November 2012 
ISBN-13: 9783522502870
Thienemann, 320 Seiten.
Hardcover, 19,95 €

Donnerstag, 28. Juni 2012

Ohne Herz, ergo tot ...

Jule Blum hat für den Lesbenring die Totensteige besprochen. Es ist nicht die erste begeisterte Rezension, die sie über einen meiner Krimis mit Lisa Nerz geschrieben hat. Sie stellt fess, dass der erste Teil von Totensteige, der als gewöhnlicher und gemütlicher Locked Room Krimi daher kommt, sich allmählich zu einem Thriller wandelt, bei dem es am Ende um den Kampf geistiger Mächte geht - aber dies auch wieder ganz anders - als erwartet. Ihre Rezension endet mit einem Lob, das mich freut:

"Nun, Lehmann ist gut. Sie ist so gut, dass selbst hartgesottenen SkeptikerInnen parapsychologischen Hokuspokusses ein ums andere Mal leise Zweifel durchschleichen – wäre es nicht vielleicht doch möglich, dass… Die 537 Seiten verfliegen auf jeden Fall auf unheimlichste Art und Weise, mit ihnen die Zeit, die urplötzlich Löcher von mehreren Stunden Länge aufweisen kann. Beweis genug, dass Christine Lehmann neben ihrem unnachahmlichen Erzähltalent wohl auch noch im Besitz von Fähigkeiten ist, über deren Existenz frau bisher eigentlich nicht einmal nachdenken wollte."

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die Ohnmacht der Weltverschwörung

Es ist in diesem Krimi, Totensteige,  nie wirklich um Parapsychologie gegangen, sondern immer und von Anfang an um den Spuk der Medien. Es geht darum, was Journalisten ohne böse Absichten mit der Wahrheit machen, wie sie sie verkennen, verbiegen und zum Geldverdienen einsetzen. Auch Journalisten kennen die Wahrheit nicht, aber sie kennen viele Leute, die ihnen ihre Wahrheit erklären und sich dabei zuweilen zu Fachleuten auf Gebieten aufwerfen, in denen sie nicht Bescheid wissen. Die Unmenge Wissen, die uns zur Verfügung steht, schafft Glaubende, weil niemand mehr beurteilen kann, von welchen Interessen dieses Wissen zu welchen Zwecken zur Gewissheit erklärt wird. In Totensteige geht es um den missionarischen Eifer derer, die glauben, sie kennten die Wahrheit. Ein Eifer, der seit jeher tödlich ist. Es geht um das Wechselspiel zwischen Medien und Rezipienten. Die einen liefern Skandalisierungen, die anderen wollen sie und machen mit. Aus dem Schmetterlingsflügelschlag kleiner Ungenauigkeiten und Lügen im Journalismus wird plötzlich ein globaler Orkan, an dem sich alle beteiligen. Und nicht einmal die Weltverschwörung (in Gestalt der Wartegg-Konferenz) ist hier Antreiber und Täter, sondern selbst die wird getrieben von den Fiktionen, die von den Medien in selbstorganisierenden Prozessen zu Wahrheiten erklärt werden und urplötzlich eine drastische Lösung verlangen. (Christine Lehmann)

Krimi-Couch / Leserunde 12/IV Totensteige
Totensteige - der zehnte Lisa-Nerz-Krimi

Mittwoch, 20. Juni 2012

Lisa trifft Angela


"Vielschichtig und hellsichtig, kritisch, salopp und handfest ist Christine Lehmanns neuer Roman, in dem sie ein schwieriges Thema so unterhaltsam, wie scharfsinnig meistert."

So endet Frank RumpelBesprechung von Totensteige in SWR 2 Die Buchkritik am 19.6.2012 um 14:55 Uhr.

Der Krimi gefällt ihm offenbar. Rumpel geht die Reise von Lisa und Richard von Holzgerlingen und dem verschlossenen Zimmer mit der grausligen Leiche über Schottland, Hamburg und Berlin bis in die Schweiz mit, wo eine von mir erfundene Geheimkonferenz Politiker und Industrielle Gedanken über den Lauf er Welt machen. Diese Konferenz ist allerdings von mir nicht erfunden, sie reflektiert eine andere Konferenz, die ich hier nicht nenne, die ähnlich im Halbverborgenen abläuft wie die von mir in diesem Schlösschen in Rorschach  in der Tat erfundene Wartegg-Konferenz.

"Das ist bei Lehmann zwar alles gnadenlos überzeichnet, aber eben auch klasse recherchiert, klug weitergedacht und gut erfunden. Die Stuttgarter Autorin lässt in ihrem bisher gewichtigsten Krimi aber auch einiges an ihre Figuren heran. Lisas Freund Richard Weber hat eine Affäre mit der attraktiven Derya. So kommt die schnoddrige, bisexuelle Nerz emotional ins Wanken, muss sich und ihre Rolle, auch die als Journalistin, hinterfragen, darf dafür aber auf der Konferenz am Bodensee mit Barack Obama und der Bundeskanzlerin plaudern." Frank Rumpel

Hören und Lesen hier: SWR 2 Die Buckritik,  19.6.2012, 14:55
oder auf Podcast.de


Dienstag, 19. Juni 2012

Unter Geisterjägern

titelt Kirsten Reimers im KulturMag ihre Rezension von "Totensteige". 


" ... Nichtsdestotrotz ist der Roman faszinierend, fesselnd und sinnlich, denn Christine Lehmann schafft es wie keine Zweite, dass man beim Lesen mit Lisa Nerz in das merkwürdige Denksystem der Parapsychologie eintaucht und gleichzeitig das Konzept von außen kritisch hinterfragt. Und nicht einmal der Katzencontent kommt dabei zu kurz. ..." Wer wissen will, auf welche kritische Anmerkung sich das "nichtsdestrotrotz" bezieht, lese bitte die ganze Rezension hier

Schrödingers Katzen und Katzenjakob
Totensteige, der 10. Lisa-Nerz-Krimi

Montag, 11. Juni 2012

Lüge und keine Wahrheit


mit freundlicher Genehmigung von Kirsten Reimers
Frankfurter Neue Presse, 6.6.2012,
Kirsten Reimers hat in der Frankfurter Neuen Presse eine Rezension der "Totensteige" veröffentlicht, die noch nicht online zu lesen ist. Sie endet mit den Sätzen: "...wirklich faszinierend und erstaunlich ist, wie man als Leser mit Lisa Nerz in das merkwürdige Denksystem der Parapsychologen eintaucht und gleichzeitig das Konzept von außen kritisch betrachtet. Beides zusammenzubringen, schafft wohl nur Christine Lehmann.“

Sonntag, 10. Juni 2012

Von allen guten Geistern verlassen


titelt Stefan Schweizer seine Rezension von "Totensteige" im Rezensionsforum Literaturkritik.de bei C.H. Beck.
 
Schweizer fragt sich, ob Serienfiguren nicht irgendwann in Gefahr geraten, sich totzuhasseln. Er findet, bei Lisa Nerz sei das (noch) nicht der Fall und schreibt: "Abseits des Actionthrillers ist Lehmanns Totensteige eine ernstzunehmende Parabel über die Interaktion von Medien und Politik. Barzanis Vater ist nämlich einer der mächtigsten Medien-Mogule Deutschlands. Die Medien werden dabei als Spuk, Inszenierung und Manipulation dargestellt. Die Politik steht dabei den Medien hilflos gegenüber."
            Er findet Lisa Nerz reifer und ruhiger und sieht das als Kontrast zum Action-Thriller. Genau so habe ich es auch gewollt. Schweizers Schlusssatz lautet: "Einmal mehr bietet Christine Lehmann also Krimiunterhaltung vom feinsten. Totensteige fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und wird es dem Leser kaum ermöglichen, längere Lesepausen einzurichten."

Ich danke.
Die ganze Rezension HIER

Samstag, 9. Juni 2012

Das Duell auf der Totensteige

krimiblog.de diskutiert mit Killer & Co von der Stuttgarter Zeitung in Facebook über die Frage, warum Totensteige nicht in der KrimiZeit-Bestenliste auftaucht.

krimiblog.de : Totensteige / Christine Lehmann: Ein- und Widerspruch, Prostest sowieso. Behäbig? Wir haben wieder unterschiedliche Romane gelesen. „Totensteige“ ist rasant erzählt, auch im Vergleich zu den Vorgängerromanen mit der werten Lisa Nerz. 
     Wunderbar: Es ist nicht Action um der Action willen, sondern Frau Lehmann schafft es, mindestens eine zweite Leseebene dem Leser zu offerieren. Ich kann den Text als schnell geschnittenes Action-Spektakel lesen und viel Freude damit haben. Ich kann ihn aber genauso auch als ironisch gebrochenes Spiel mit genau diesem Action- und Polit-Thriller-Genre lesen, bei dem dessen Mechanismen deutlich werden, ohne sie vorzuführen. Ein wundervolles Wechselbalg ist dieser Roman, der mühelos beim Lesen zwischen Hommage und Parodie wandelt und schwebt, der Hauptfigur entsprechend.
     Aber noch mehr: Die imaginative Kraft einer Christine Lehmann ist strahlender denn je. Als kürzlich Francois Hollande zum Antrittsbesuch bei Frau Merkel abhob und sein Flugzeug vom Blitz getroffen wurde, blitzte in meinem Kopf kurz eine lächelnde Lisa auf. Als der Virus „Flame“ die mediale Runde machte, war der – im Roman sterbende – Computerhacker in meinem Kopf, Obama ohnehin.
     Lehmanns Text schafft etwas, was nur wenige Texte schaffen: Er spinnt sich in meinem Leben fort. Die kritischen Töne zu Medienhype, Hysterie und falschem Zauber wirken nach. Nein, „Totensteige“ ist nicht behäbig – auch nicht im Kontext der Serie – der Roman ist klug komponiert, exakt getaktet und eine glaubhafte Weiterentwicklung der Figur Lisa Nerz. Das ausgerechnet diese Figur, die ja auch außerhalb ihrer Bücher bei Facebook und im Blog exisitert, an diesen, von Ihnen beschriebenen Listen-Regularien, scheitert, spricht nicht für die Machart der Liste.
      Herzlichste Freitagsgrüße
vor 23 Stunden · Gefällt mir nicht mehr · 2

Killer & Co.: Lieber Ludger Menke, ich will "Totensteige" keinesfalls schlecht reden. Ich habe den Roman gern gelesen, habe ihn ungezwungen positiv besprochen, empfehle ihn auch gern persönlich und fände es keinen Schnitzer, wenn er auf der Liste stünde.
Ich überlege nur, wie es kommt, dass er dort nicht steht. Ob es dafür eine andere Erklärung als die simple gibt: keiner aus der Jurorenschar mag das Buch
Aber ich tue mich - zumindest als Juror - immer ein wenig schwer mit den vielen Serien. Soll man die durchvoten, Band 4 und Band 5 für die Liste empfehlen, wo man doch schon Band 3 so toll fand? Dann wäre die Bestenliste schnell sehr monoton.
Vorm Weglassen nach dem Motto pars pro toto - alle paar Bände mal wieder einen stellvertretend empfehlen - schrecke ich dann aber auch zurück, weil's willkürlich wirkt, gar wie ein Tadel beim jeweils nicht getippten Band. Ich vermute, ich bin nicht der einzige Juror, dem's so geht.
In dieser Situation bin ich dann froh, wenn mir ein bestimmter Band einer Serie einen klaren Grund liefert, warum ich ihn diesmal nicht in meine Top-4 nehme. Im Zusammenhang der Serie habe ich für „Totensteige“ viel Sympathie. Mir ist es einerseits viel lieber, dass Christine Lehmann diese Entwicklungen und Experimente wagt. Lieber, als dass sie noch ein flottes, kompaktes, wortwitzknisterndes, konfrontationsbewusstes Meisterstückchen liefert, das mit dem vorvorigen flotten, kompakten etc. Meisterstückchen austausch- und verwechselbar wäre.
Der Preis, den sie in meinen Leseaugen dafür bezahlt ist aber, dass „Totensteige“ ein wenig unrunder läuft, gewachsene Probleme des Weltentwurfs (für mich vor allem: das Erklärbärhafte des Staatsanwalts und dessen komfortable Zugangsbeschaffungsfunktion) deutlicher hervor treten lässt, dass Rationalität und Grand Guignol (noch) nicht ganz zusammengehen, etc. Sie haben das Buch offensichtlich anders erlebt. Wie gesagt, das sind alles Kleinigkeiten. Wäre das der erste Krimi Christine Lehmanns, oder der erste , der sich aus einer bis dato bieder-konventionellen Serie herausgelöst hätte , wäre ich wahrscheinlich haltlos begeistert. So aber, s.o., ordne ich den bei mir eher auf Platz 5 oder 6 der Bestenliste ein, mit dem gestern schon geschilderten Ergebnis.
Jeder mögliche Abstimmungsmodus hat seine eigenen blinden Flecke und toten Winkel. Ich glaube nicht, dass die Liste dadurch völlig absurd wird. Aber in diesem Punkt sind wir ja schon seit beinahe Listenanbeginn unterschiedlicher Meinung.
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krimiblog.de: Stellen Sie sich bitte ein freundliches Schmunzeln auf meinem Gesicht vor, lieber Thomas Klingenmaier. In Ihrer Antwort finde ich zahlreiche Argumente, weshalb „Totensteige“ auf die Liste gehört. Brüche, Experimente, Neues, Überraschung auch im zehnten Band einer Serie. Welcher Autor bekommt das schon hin? Das Unrunde – gerade bei der Figur des Staatsanwalt, mir kommt der eben in seinen Brüchen sehr bekannt vor – konnte ich in der Tat nicht entdecken.
Setze ich das alles in Bezug zur aktuellen Liste, frage ich mich schon, warum etwa eine Fred Vargas ein Dauerabo für ihre Serie hat, obwohl sie nichts Neues wagt, ästhetisch die, freilich breit gefächerten, aber altbekannten Mechanismen abspulen lässt. Ein Vargas-Buch, auch das letzte, überrascht mich nun überhaupt nicht mehr. Das es gut unterhält steht außer Frage. Noch gravierender fällt für mich auf der aktuellen Listein John Hart ins Gewicht. Das ist konventionelle Massenware. Aber ja: eine Liste ist eben nur eine Liste.
Einen sonnigen Samstag wünsche ich Ihnen


Christine Lehmann dankt für den aufschlussreichen Disput.

Freitag, 1. Juni 2012

Wunder unter den Arkaden von Freudenstadt

Arkadenbuchhandlung Freudenstadt
Meine Lesung gestern in der Arkadenbuchhandlung am größten Marktplatz Deutschlands, nämlich dem in Freudenstadt, war ein Kuriosum der positiven Art. Eingeladen hatten mich Ingeborg Belschner vom Frauennetzwerk Freudenstadt und Buchhändlerin Gudrun Krüper.

Es gibt viele Arten, eine Autorin zu begrüßen, solche, wo ich meine Sätze von meiner Inernetseite wieder höre, oder nur den Satz, "Ja, die Autorin stellt sich jetzt dann am besten selber vor." Aber nie wieder werde ich mit einer solchen und so schön erzählten Geschichte begrüßt werden wie sie die Ingeborg Belschner zu erzählen hatte.

Sie habe, erzählte sie, vor 25 Jahren in Stuttgart ein Buch entdeckt, das von einem gewissen Johannes Lehmann geschrieben worden sei. Dieser Herr Lehmann habe dann Hebräischkurse an der Volkshochschule gegeben. Dort sei sie gewesen. Eine Nachbarin habe zu ihr die Bemerkung gemacht: "Wenn man die Augen zumacht hört man die Stimme der Bücherbar", eine Sendung, die mein Vater lange Jahre moderiert hat. Sie habe damals eine Vortragende für ein Treffe ihres Verbands gesucht, erzählt Belschner weiter, und sich ein Herz gefasst und meinen Vater gefragt, ober jemanden kenne, der das machen könne. Er habe ruhig mit der Pfeife im Mund zugehört und auf ihr Anliegen geantwortet: "Da weiß ich jemanden, nämlich meine Tochter." So sei ich eingeladen worden. Meine Zwischenfrage, "Worüber habe ich denn geredet?" konnten wir beide nicht beantworten. Sie sei dann bei der Landesgartenschau in Nagold auf den Büchertisch der Wanderausstellung von Autoren in Baden-Württemberg gestoßen und habe Bücher einer gewissen Christine Lehmann gesehen. Sofort habe sie sich das erste Buch in er Arkadenbuchhandlung bestellt und es gelesen.

Nach der Lesung haben Ingeborg Belschner und ich solange in unseren Hirnen gekramt, bis wir uns erinnert haben, worüber ich Anfang der achtziger Jahren referiert habe, nämlich vor vielen Frauen und einem Mann, der immer unruhig auf dem Stuhl herumrutschte, über "Frauensprache und Männer" also über den Sexismus unserer Sprache. Ja, DAS waren noch Zeiten!




Freitag, 18. Mai 2012

Spuk der Medien

Warum gerade Parapsychologie? Weil es gruselig ist, und weil man nie so genau weiß, ob es wahr ist oder nicht: Wie die Literatur. Es könnte so gewesen sein, wie ich es schreibe. Oder auch nicht oder nur ein bisschen anders oder ganz anders.  Wer weiß schon, was wahr ist. Und vielleicht kommt es darauf nicht an.

Michaela Grom fragt Christine Lehmann zum neuen Krimi Totensteige.

Das Interview in SWR 4 Kultur,
Sonntag den 13. Mai 2012

Dienstag, 8. Mai 2012

Schwund der Literatur in den Funkmedien

Heidecksburg, Wikipedia
Der P.E.N. (poets, essayists, novelists) Deutschland lädt auf seiner Jahrestagung in Rudolstadt/Thüringen zur Podiumsdiskussion ein. 

Freitag, 11.Mai 2012
14.00 –15.30 Uhr:
Porzellangalerie, Schloss Heidecksburg, Rudolstadt

Schwund der Literatur in den Funkmedien. 
Moderation: Wend Kässens, Gäste: Christine Lehmann, Alfred Behrens, Harro Zimmermann. 
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sein Kultur-Auftrag und das Neue Ende der Bescheidenheit


Mittwoch, 2. Mai 2012

Ein Groschenkrimi namens Wirklichkeit

Rezension der Totensteige von Dieter Paul Rudolph:

"Jetzt sind wir dort, wo uns Lehmann haben will: In einem furchtbaren Groschenkrimi namens Wirklichkeit, siehe Finanzkrise, siehe Euro, siehe den ganzen Rest, den wir nicht verstehen, also aber glauben."

Das schreibt Dieter Paul Rudolph in Watching the detectives und analysiert die Struktur des 10. Lisa-Nerz-Krimis Totensteige als augenzwinkerndes Spiel mit Versatzstücken aus Krimi und Thriller und deren Überhöhung ins Groteske, das dadurch um so mehr Wirklichkeit vorführt.

"Vorweg: Das ist kein Roman über die Finanzkrise, das Eurorettungskarussell oder einen zu lockeren Bundespräsidenten, der waidgerecht zur Strecke gebracht wird. Und weil er das nicht ist, ist er genau das: Ein Roman über den Mechanismus, der solchen Dingen innewohnt, sie antreibt, manchmal erst erschafft. Sagen wir also: Christine Lehmanns "Totensteige" ist ein fundamentaler Roman, in einigem sogar ein fundamentalistischer, der keine literarische Ideologie neben der kriminalliterarischen duldet. Und diese Ideologie zugleich gnadenlos vorführt. 537 Seiten lang."

Die ganze Kritik in Watching the detectives

Christine Lehmann sagt dazu: "Nur um solche Texte lesen zu dürfen, lohnt es sich, Krimis zu schreiben. Danke, Dieter Paul Rudolph." 

Montag, 30. April 2012

Leserinnenbrief

Liebe Frau Lehmann,
jedes mal, wenn ich einen Lisa-Nerz-Roman (für mich sind es mehr als Krimis und schon dreimal mehr als Stuttgart Krimis) fertig gelesen habe, denke ich: Das war jetzt der beste. 
So auch bei der Totensteige

Neben ihrem ganz eigenen Schreibstil beeindrucken mich vor allem Ihre profunden Kenntnisse in so vielen Themen und wie Sie diese Themen miteinander verweben. 

Auch ist es schön, dass Sie uns Figuren schenken, die nicht in die üblichen Frau/Mann-Schubladen gesteckt werden können. Das ist selten, dafür aber umso anregender.
Kurz gesagt: Ihre Bücher zu lesen, ist einfach ein Vergnügen!
Ich freue mich auf weitere.

Herzliche Grüße
X.Y. (Absenderin von mir anonymisiert)

Sonntag, 29. April 2012

Wunder des Fliegens

"Deine Heldin muss natürlich den Outside-Check auswendig lernen."
Ich schreibe mit.
"Ums Flugzeug laufen, freie Ruderstellung, Tragfläche  und Rumpf unbeschädigt, Türen schließen ja oder nein oder nur halb, Pitotrohr ist frei ..."
"Das was?"
Mein Informant lacht. "Das ist für die Geschwindigkeitsmessung nötig. Ja und dann muss der Propeller unbeschädigt sein. Er darf keine Scharten haben. Man fährt mit dem Daumennagel alle Kanten ab."
Ich schreibe. So was kann man nicht googeln: die lebensechten Gesten, die Alltagsroutine.
Mein Informant schreibt mir dann diesen schönen Flieger-Satz in mein Recherchebuch:

Ich google nach dem Original und finde mehrere Varianten. Ich entscheide mich für diese: "Se hai provato per una volta l'emozione del volo, camminerai per sempre sulla terra con gli occhi rivolti al cielo, perché lì sarete stati, e lì bramerete di tornare" Leonardo da Vinci

Und nun dürfen die mir helfen, die Italienisch können.  Und weiß jemand die genaue Quelle?

Freitag, 27. April 2012

Tempo

Dore Sanner hat Totensteige in der Bücherecke besprochen.

"Dieser Krimi stellt mit seinem Tempo alles in den Schatten, was Christine Lehmann je geschrieben hat. Und eine feine Ironie darf auch nicht fehlen. Alle Skeptiker der übersinnlichen Szene kommen voll auf ihre Kosten."

Die ganze Besprechung von Dore Sanner:
frauenseiten bremen

Dienstag, 24. April 2012

Das Ende des furiosen Thrillers tröstet

"Heute mal mit einer Betrachtung zu Christine Lehmanns neuestem Buch Totensteige, das nicht nur wegen seines kolossalen Umfangs ein anhaltendes Nachdenken und Vergnügen bereitet." So beginnt die Krimilady  Henny Hidden ihre fulminante Rezension. 

"Wer sich sofort umdreht und ausspeit, wenn er von Parapsychologie und dem ganzen Spuk hört, wird nie das Herzklopfen spüren, wenn sich Tische heben und sich Verblichene aus dem Totenreich melden. Er wird nie an seiner Geisteskraft zweifeln und wird es nie bereuen. Dabei kann eine Grenze zu überschreiten durchaus Vergnügen bereiten. Ohne Opferbereitschaft keine Grenzerfahrung." (...)
"Gemäß dem italienischen Filmtitel „Knallt das Monster auf die Titelseite“ müssen Nerz und Weber ohnmächtig erdulden, dass sie zu Getriebenen werden, die ihre Entscheidungsfähigkeit einbüßen. Von außen als German Angst klassifiziert, von innen als ausgeprägtes Sicherheitsdenken beschworen, eint sich ein Volk bei der Teufelsaustreibung. Ein Volk, das sich gerne auf seinen Couchen fläzt, und sich nebenbei gesagt intellektuell am meisten bei Whodunnit Krimis herausgefordert fühlt, will die Wirklichkeit weder mit unwägbaren Konflikten noch mit unwägbaren Gespenstern ertragen. Sollen es doch die Politiker richten. Und sie richten es auch. (Dass den politischen Zauberlehrlingen jedoch bei ihrer Götzenanbetung kein irdischer Meister helfen kann, steht auf einem anderen Blatt.) Im Roman wird es ein Weltlenkungsausschuss sein, der die aufkeimende Angst der Politiker vor dem Aufstand der Massen mindern soll, indem er so tut, als ob er etwas tut."  

Henny Hiddens Fazit: 
"Christine Lehmanns Krimi ist ein Mammutbuch mit starken thrillermäßigen Elementen, das sich durchaus für eine Verfilmung anbietet. An der Autorin gefällt mir ihre unbändige Lust am Fabulieren, ich bewundere, wie sie eine wendungsstarke Handlung mit intellektuellen Fragestellungen zu verzahnen versteht, und immer wieder begeistert sie mich mit ihren detailverliebt ausgemalten Szenen."
Henny Hidden, Die Krimilady

Dienstag, 17. April 2012

Sackzement

Dietmar Jacobsen hat die Totensteige gelesen und im Titel-Magazin  schöne Worte gefunden für »Same-Gender-Eskapaden« und granatendeppendummes Fremdgehen - für Lisa Nerz eben. 
Jacobsen findet, dass sich Totensteige mit seinen neun Vorgängern nicht so ohne weiteres vergleichen lässt, auch weil dies der dickste Krimis ist, seitenzahlenmäßig. 


"Totensteige ist das zehnte Abenteuer der in jeder Beziehung eigenwilligen Lisa Nerz. Ein schwedischer Autor würde die Serie jetzt beenden – Punktum. Bei Christine Lehmann hingegen sieht es mehr nach einem Neuanfang aus. Warten wir ab, ob die Zeichen nicht trügen. Leicht hat es sich die Autorin mit einem Roman, in dem Angela Merkel und Barack Obama, Sarkozy und Berlusconi und am Ende gar der Papst und ein liebreizendes Damentrio vom Hamburger Argument-Verlag leibhaftig auftreten, wahrlich nicht gemacht. Vielleicht ist er ihr auch ein paar Seiten zu lang geraten. Die Latte für Abenteuer Nummer 11 liegt ab sofort jedenfalls weltrekordverdächtig hoch. Doch vielleicht läuft Lisa Nerz ja einfach cool drunter durch – Sackzement, es wäre ihr zuzutrauen!"
die ganze Rezension im Titel-Magazin HIER

Samstag, 14. April 2012

Christine Lehmann war im Weltraum

Wenn es auch nur mein Name war, der in den Orbit vorgestoßen ist. Mal sehen, wann ich mir für mein irdisches Dasein den Flug leisten kann. Ich bin da ganz zuversichtlich.
    Ein Freund hat mir heute geschrieben, dass er einen Segelflug für mich organisiert habe. Das ist doch schon mal was.

Mittwoch, 28. März 2012

Lisa Nerze weinen nicht - Rezension


Die Demontage der Lisa Nerz 
von Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, heute.

"Stuttgart - Irgendwann knackt und poltert es auch in den Häusern aufgeklärter Zeit­genossen. Dielen ächzen, Schrankholz quietscht. Mit Spuk hat das alles nichts zu tun. Das Übersinnliche ist eine Ausrede für Leute, die zu faul sind, rationale Erklärungen für die Dinge zu finden. Oder nicht?

Bei den Stuttgarter Kriminächten trat eine Geistersucherin in Aktion, der man das Schnüffeln in paranormalen Gefilden nie und nimmer zugetraut hätte: Lisa Nerz, die konfliktfreudige Serienheldin der Stuttgarter Autorin Christine Lehmann. Nerz, mittlerweile bundesweit von Kritikern und Lesern als eine der interessantesten Figuren im deutschen Krimi anerkannt, ist eine buchstäblich zupackende Heldin. Mit Judowürfen und Verbal­attacken rückt sie einer Welt zu Leibe, in der etwas Unerklärliches immer darauf hinweist, dass hier jemand zum eigenen Vorteil und vermutlich zum Nachteil anderer die Sicht auf die Wahrheit verstellt hat.

In der von Lehmann bei einer Lesung vorgestellten „Totensteige“ tritt Nerz Hobbygeisterjägern einerseits, professionellen Parapsychologen andererseits mit jener Skepsis gegenüber, die wir von ihr erwarten. Für sie ist nicht die Frage, ob es das Übersinnliche gibt, sondern ob da Verwirrte offen Auskunft über ihr falsches Weltbild geben oder ob da Trickbetrüger schwindeln und manipulieren. ..."

Der ganze Artikel, Stuttgarter Zeitung, 28.3.2012

Kriminetz fragt Christine Lehmann


Kriminetz: In „Totensteige“ geraten Lisa und ihr Lebensabschnittsirrtum Richard Weber in die Welt der Parapsychologie. Wie bist du auf dieses Thema aufmerksam geworden und hast du im Rahmen deiner Recherche zu „Totensteige“ an einer „Geistersitzung“ teilgenommen?
Lehmann: Das Thema lag in der Luft. Es ist mir einfach eingefallen. Ich habe aber seit meiner Kindheit Beziehung dazu. Beispielsweise kannte ich Hans Bender, den damaligen Leiter des Freiburger Instituts für Parapsychologie. Meine Eltern haben zum Spaß Tischrücken veranstaltet. Mir war aber damals schon klar, dass dabei nicht ein Geist zu uns spricht, sondern dass wir die Antworten mit unbewussten Muskelbewegungen in einem sich selbst organisierenden System selbst produzieren. Und im Krimi „Totensteige“ geht es eigentlich um das Ringen von Rationalität und irrationalen Ängsten, mit denen die Medien ihre Geschäfte betreiben, wobei sie – und das sehe ich als reale Gefahr – unsere eigentlich aufgeklärten westlichen Gesellschaften an den Abgrund treiben. Es ist eben wie ein Spuk. 
Das ganze Interview  geführt von Claudia Schmid. 

Dienstag, 27. März 2012

Totensteige - Handwerk in Perfektion

Rezension von Claudia Schmid im Kriminetz

... Der klug geschriebene Krimi überzeugt mit einem ungewöhnlichen Thema, seinem Spannungsaufbau und den unkonventionellen Figuren, die glaubwürdig dargestellt sind. Die eingestreuten messerscharfen Reflexionen steigern das Lesevergnügen. ... Auf über 600 Seiten Buch ist keine einzige Langatmigkeit zu entdecken. Jede Szene sitzt und die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, Handwerk in Perfektion. Furios das Treffen der Welt-Mächtigen in dem Alb-Schloss. Das Ende ist einem Actionthriller wahrlich angemessen.
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Ich danke!

Donnerstag, 22. März 2012

Quanten und Quoten - die erste Rezension

Peter Schlegel hat in Facobook die erste Besprechung gepostet.

Totensteige

Oszillierend!

So oszillierend wie die gendermäßige Ausrichtung der Heldin Lisa Nerz ist die ganze Geschichte. Sie schwingt zwischen Kehrwoche und Kanzleramt, Wahrheit und Fiktion, Shit-Storm und Informationsfreiheit, Quanten und Quoten... seziert unsere moderne Mediendemokratien bis auf die nackten Knochen: "Die Medien haben so viele Lügen in Umlauf gebracht, dass niemand mehr über ein rationales Kriterium verfügt, zu entscheiden was ist Wahrheit und Lüge. Das ist der Untergang jeglicher Politik. Ein demokratisches System ist nicht mehr funktionsfähig, wenn es keine Instanz gibt. der man glauben kann, weil es kein Instrument mehr gibt, Glaubwürdigkeit herzustellen." 

Nebenbei werden auch die Geheimnisse übernatürlicher PSI-Kräfte auf die überzeugendste Art erklärt, die ich je in einem Krimi gelesen habe. Die Story ist hervorragend recherchiert, gespickt mit vielen interessanten Details, die zum googlen herausfordern und zu neuen interessanten Verknüpfungen führen.

Der Schreibstil ist kreativ, respektlos und witzig, "So kam der Tag. Die Sonne plemperte herum". Eingebunden ist das Ganze in die komplizierte Beziehungskiste der Heldin mit Oberstaatsanwalt Richard Weber, die schon seit 13 Jahren und inzwischen 10 Bänden immer wieder neue Spannungen indiziert.

Spannend, informativ, aktuell, romantisch: einfach gute Unterhaltung. Was kann man mehr von einem Buch erwarten.

Peter Schlegel