Donnerstag, 28. Juli 2011

Vergeltung am Degerloch - Der 1. Fall für Lisa Nerz

1997 Rowohlt, 2006 Ariadne

Mit erhobener feministischer Faust, aber noch ohne Richard Weber.
Lisa Nerz ermittelt im Lesben-Milieu von Stuttgart. Ein junger Mann wurde erschlagen, eine Frau bekennt sich schuldig. Als notorisch faule Redakteurin der Frauenzeitschrift Amazone beginnt Lisa Nerz ihren zornigen Lauf durch eine Welt, die uns bekannt vorkommt und unbekannt wird.

Der Krimi erschien 1997 zierst bei Rowohlt unter dem Titel "Der Masochist". Er wurde von Ariadne neu aufgelegt. Der heutige Titel erregt zuweilen Zorn bei Degerlochern. Denn natürlich müsste es richtig heißen "in Degerloch". Man befindet sich ja auf den Höhen Stuttgarts, nicht im Loch. Meine Recherchen haben ergeben, dass "Loch" eigentlich tiefer dunkler Wals heißt. Insofern ist grammatisch alles offen.


3. Pferdekuss                     

Kommentare:

  1. Für meinen ersten Lisa-Nerz-Krimi, Der Masochist (Vergeltung am Degerloch) bekam ich meine erste Rezension in der Stuttgarter Zeitung - und zwar einen Verriss von Thomas Klingenmaier:

    "Fiebertraum - Wie ein Nachzünder der überschätzten Frauenrkimis der Achtziger von Gercke und Co wirkt "Der Masochist" der Stuttgarter Autorin Christine Lehmann (Kynopolis). Die Heldin, die faule, lesbische Frauenmagazinredakteurin Lisa Nerz, kokettiert im einen Moment damit, keine rechte Schulbildung zu haben, im nächsten Moment schmeißt sie mit latainischen Begriffen um sich, und eine erotische Begegenung wird uns gar fachwörterbuchkundig mit der Aufzählung aller in Gang gesetzten Muskeln geschildert. Nichts stimmt zusammen, weill es sowieso bloß um die Protzgeste geht, um die Frau, die der ganzen Welt selbst dann noch überlegen ist, wenn sie mit halber Kraft einen Pfusch nach dem anderen baut. Im Fortgang versammelt "Der Masochist" zwar ein paar gelungene Kleinskizen von Stuttgarter Ecken und Winkeln, aber was Lehmann sich an Verhaltensmustern für ihre Figuren ausgedacht hat, grenzt ans Fiebertraumhafte. Beliebig gereihtes, widersprüchliches Gebaren soll uns das Maß der Seelenbeschädigung vermitteln - aber es lässt das Romanpersonal nur zu hsysterischen Karikaturen verkommen." Stuttgarter Zeitung, 2.5.1997, T.K.

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  2. Ein bissle mit erhobener feministischer Faust. Und Jugendsünden. Nun ja.

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