Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator Update cookies preferences Christine Lehmann - Autorin: Juli 2026

Donnerstag, 30. Juli 2026

Wir haben erstmals das Patriarchat auf Schadensersatz verklagt

Am 29.7.2026 fand im Robert-Bosch-Saal der vhs Stuttgart im Treffpunkt Rotebühlplatz die öffentliche Verhandlung stattUnd die Frauen gegen das Patriarchat hatten Erfolg. 

Von der Vertreterin der Klage waren fünfzehn Zeuginnen geladen, die eindrucksvoll schilderten, in welchen Aspekten sie als Frauen benachteiligt worden sind, mehr Kosten hatten als Männer sie haben und die Kosten mittragen mussten, die Männer durch ihr gewalttätiges Verhalten der gesamten Gesellschaft aufbürden. Die Schadenssumme belief sich für zwei Jahre auf 1,7 Billionen Euro, von denen konkret 1,5 Billionen als Schadensersatz eingeklagt wurden. Am Ende lautete das Urteil des Bundesgerichts des menschlichen Anstands: Der Klage wird stattgegeben. Das Geld soll vom Patriarchat in den kommenden zehn Jahren in einen Fond gezahlt werden, der davon nicht nur konkrete finanzielle Hilfen für beispielsweise alleinerziehende Frauen, Kitas, Kinderbildung, Gewaltprävention, gendergerechte Gestaltung des öffentlichen Raums und eine Medizin ausgibt, die den Körper von Frauen berücksichtigt, sondern auch für die Bildung und Erziehung von Jungs, damit sie ihre Gefühle kennenlernen, ein starkes Männlichkeitsbild entwickeln, das nicht auf Dominanz basiert, und sich so verhalten, dass Frauen keine Angst mehr vor ihnen haben müssen. 

Zur Verhandlung waren im Gerichtssaal hundert Interessierte beider Geschlechter und jeden Alters erschienen, die gebannt, betroffen, gerührt, zuweilen amüsiert und mucksmäuschenstill lauschten. Fast jede Frau wurde bei der einen oder anderen Zeuginnenaussage von jäher Erkenntnis getroffen: "Das habe ich doch auch erlebt und vergessen oder verdrängt", "so geht es mir auch", "auch ich habe mir überlegt, was ich anziehe, wenn ich nachher bei Dunkelheit mit der Bahn heimfahre." 

Entstanden ist die fiktive Gerichtsverhandlung aus einer Schreibwerkstatt, gefördert vom Literatursommer der Baden-Württemberg-Stiftung an der vhs, geleitet von Ines Witka und mir. Tag24 war die einzige Medienvertreterin, die da war und die szenische Lesung in einem provisorisch organisierten Gerichtssaal auf der Bühne mit drei Richterinnen in Roben, der Klägerinvertreterin und den acht Frauen der Schreibwerkstatt, die als fiktive Zeuginnen die 15 Texte vorlasen, verfolgte. Hier Lara Vonwalds Bericht

Eindrucksvoll war für uns - Ines, mich und die Schreibwerkstattautorinnen - wie einmütig das Publikum uns beipflichtete, uns zustimmte, weitere Aufführungen forderte, ein Buch, einen Film.