Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator Update cookies preferences Christine Lehmann - Autorin

Samstag, 23. März 2013

Eine schöne Leich'

Gestern wurde Stuttgarts einzige Krimibuchhandlung Under-Cover beerdigt. Zwölf Autor/innen (minus  einem, denn der war krank) haben sich in Kurzlesungen von Juliane Hansen verabschiedet.



Silvija Hinzmann hat folgenden Nachruf geschrieben:

An diesem denkwürdigen Freitagabend im März versammelten sich vor der Buchhandlung Under-Cover zwölf Personen. Sie hatten sich zwar noch nie zuvor gesehen, hatten aber eines gemeinsam: sie waren fiktiv. Eine burschikose Frau mit kurzen Haaren und einer Narbe auf der Wange ergriff als Erste das Wort.

Mittwoch, 20. März 2013

Schreibstille

Hier passiert jetzt gerade nix. Ich habe keine Zeit. Ich schreibe am neuen Lisa-Nerz-Krimi.
Er wird im Oktober bei Ariadne erscheinen. Er hat auch schon einen guten Titel. Den verrate ich aber noch nicht.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Christine Lehmann diskutiert mit Merle Kröger

in Stuttgart am Montag den 18. März 2013 um 18 Uhr

Was macht den Krimi politisch? Sensibilisiert er für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten? Zeigt er Verbrechen und Gewalt als Produkt von Interessen Mächtiger? Kann er lang gehegte Vorurteile erschüttern? Den Leser in unbekannte Milieus entführen? Missstände und Schieflagen aufzeigen? Werden heute präzisere politische Krimis geschrieben? Diesen und weiteren Fragen gehen die Autorinnen Christine Lehmann und Merle Kröger im Gespräch mit Eva Hosemann nach und lesen – als Beweis – aus ihren Krimis. Merle Kröger aus "Grenzfall" und Christine Lehmann aus "Totensteige."

Ein schöner, interessanter und aktueller Abschluss der Stuttgarter Kriminächte.  

Theater Rampe, Filderstraße 47
Eintritt 15 Euro oder 20 Euro mit dem Kriminellen Finale mit der Verleihung des Stuttgarter Krimipreises 2013 im Anschluss.

Eintrittskarten im Vorverkauf: Online-Bestellung über www.theaterrampe.de
Kartentelefon (Mo–Fr 10–18 Uhr): 0711 620090916 oder an der Abendkasse.

Dienstag, 19. Februar 2013

Christine Lehmann liest in Winnenden

19 Uhr
Mittwoch den 6. März 2013
im Theater Alte Kelter,
Paulinenstraße 33
71364 Winnenden

Ich springe ein für einen Gast, der nicht kommen kann, und stelle die Welt von Lisa Nerz vor. Ihre Frechheiten, meine geheimen Absichten als Autorin und das, was dabei rauskommt, wenn Lisas Schwertgosch politische und soziale Ungereimtheiten aufspießt.

Eine Veranstaltung der Stadtbücherei Winnenden und der Volkshochschule Winnenden

Eintritt 8 Euro.

Montag, 18. Februar 2013

Under-Cover geht unter

Nach knapp 15 Jahren geht zu Ende, was uns Krimiautor/innen mit geprägt hat. Die einzige Krimibuchhandlung in Stuttgart schließt. Weil die Kund/innen fehlen, weil der Laden so abgelegen liegt und die Stadt den privaten Einzelhandel nicht unterstützt, weil die Leute sich Bücher dann doch eben lieber von Amazon schicken lassen und weil die Books dem Umsatz die paar Prozente wegnehmen, die am Schluss entscheidend sind. Die Zeiten ändern sich. Aber traurig ist es trotzdem. Und bitter.

"Erstaunlicherweise", erzählt Eignerin Juliane Hansen der Stuttgarter Zeitung, "haben manche Leute sich zwar die Bücher im Laden gerne angesehen, aber gekauft haben sie dann online. Und nicht in meinem eigenen Online-Shop, dessen Umsätze minimal waren. Es gab sogar Kunden, die sich ausführlich beraten ließen, um dann heimzugehen und bei Amazon zu bestellen – und die mir das auch noch erzählten."

Mittwoch, 30. Januar 2013

Es gibt keine Entschuldigung für Männer

Motiv: Dora Asemwald, Foto: chl
Auf meiner Facebookseite hat sich über diese Äußerung von Heiner Geißler im Zusammenhang mit der Sexismusdebatte eine lange Diskussion entsponnen - ruhig und vom Bedürfnis geprägt, einander zu verstehen und sich gegenseitig nicht zu beschimpfen, geschweige denn zu verletzen.

Und sie geht noch weiter











Dienstag, 29. Januar 2013

Das Fenster zum Buch

befindet sich im Kolping Bildungszentrum Stuttgart in der Rosensteinstraße 30.

So viele Bücher sind es in dem Moment, wo irgendwer aussortierte Bücher hinstellt. Schon 24 Stunden später sind es nur noch so viele.



Mittwoch, 23. Januar 2013

Das Stuttgart-Paradoxon

Lisa Nerzsucht Bücher in der Stadtbiblipthek Stuttgart 

Im Schnee steht ein Grüppchen und trinkt Sekt aus Pappbechern. 
»Worauf stoßen die denn an?«, frage ich. »Oder macht man das jetzt so, bevor man zur Hausdurchsuchung aufbricht?«
Richard guckt mich konsterniert an. »Wie bitte?«
»Da drüben ist die Landesbank Baden-Württemberg. Oder warum sind wir hier?«
»Ach so, nein. Ich will hier rein.« Der Staatsanwalt für Wirtschaftsstrafsachen am Landgericht Stuttgart, Dr. Richard Weber, zeigt auf den ufoblauen Fremdkörper im Stuttgarter Dunkel.
»Aber das die Stadtbücherei. Da gehe ich nicht rein!«
»Stell dich nicht so an, Lisa. Bücher beißen nicht.«
»Aber es sind zu viele, Richard. In der Masse sind sie gefährlich. Lesen gefährdet die Dummheit!« 
...

Das Stuttgart-Paradoxon als E-Text
ca. 20 Seiten

Dr. Richard Weber liebt Bücher, Lisa Nerz nicht. Warum will er sie überreden, die Stadtbibliothek Stuttgart zu betreten? Dort gibt es im 6. Obergeschoss im Bürotrakt einen Raum, der heißt "Das Fräulein Fritz". In diesem Raum steht auch ein Querschnittmodell der Stadtbibliothek. Das Fräulein Fritz war die erste Leiterin der ersten Vaterländischen Bürgerbibliothek, die 1897 in einem Hinterhof der Legionskaserne in der Tübinger Straße, wo heute der Wilhelmsbau steht, eingerichtet wurde. Endlich konnten auch Arbeiter, Handwerker und Angestellte Literatur ausleihen, ohne hohe Kautionen hinterlegen zu müssen. Was es mit dem Raum des Fräuleins Fritz noch auf sich hat, das klären der Oberstaatsanwalt und die Schwabenreporterin zusammen mit der Marketing-Abteilung von Gretsch Unitas.

Ein Text in der Reihe der Event-Texte von Christine Lehmann

Samstag, 12. Januar 2013

Charlene fragt Christine


C: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

L: Wahrscheinlich, weil ich gern gelesen habe. Irgendwann gab es nicht mehr die Bücher, die ich gerne gelesen hätte. So habe ich angefangen, mir meine Geschichten zu schreiben.

C: Was ist für Sie beim Schreiben das Wichtigste?

L: Die Neugierde auf die neue Welt, die entsteht, die vorher nicht da war, nun aber nicht mehr wegzudenken ist.

C: Wie lange haben Sie insgesamt an einem Roman wie „Der Ruf des Kolibris“, „Die Rose von Arabien“ und „Eukalyptusmond“ gearbeitet? (Recherche, Schreibprozess, Lektorat, etc.)

L: ungefähr ein Jahr.

C: Wie viele Wörter schreiben Sie ungefähr an einem Tag?

Mittwoch, 9. Januar 2013

Die Schwierigkeit, über Geister zu schreiben

So titelt der Psychologe, Soziologe und Rezeptionswissenschaftler am IGPP in Freiburg, Dr. Gerhard Mayer seinen Aufsatz für die Zeitschrift für Anomalistik, in dem er sich auch der Totensteige widmet.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die ‚schöne‘ Literatur außergewöhnlicher Erfahrungen und parapsychologischer Phänomene bedient, um sie als besondere Würze in den Plot einzubauen", beginnt Mayer seine Analyse, die mit dem Hinweise endet: "Ein wichtiger Aspekt ist die schon erwähnte Medienkritik, die mit dem Fortgang der Lektüre zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Es geht um die Logik der Massenmedien und die von ihr erzeugten ‚spukhaften‘ Realitäten, die trotz fehlender faktischer Fundierung in höchstem Grade wirkmächtig und faktengenerierend werden."

Literatur lebt von Rissen und Brüchen im Alltäglichen und von Grenzsituationen, fährt Mayer fort: "Außergewöhnliche paranormale Erfahrungen werden zumeist ebenfalls als in ähnlicher Weise den Alltagsrahmen sprengend und existenziell bedeutsam erlebt. Mit der Möglichkeit des bislang nicht hinreichend Erklärbaren und Deutungsoffenen erfährt die Welt eine (Wieder-)Verzauberung, auf die manche Autorin und mancher Autor nicht verzichten möchte. Dass allerdings parapsychologische Forschung zentral in den Fokus einer Romanhandlung rückt, kommt selten vor. Wenn dies so explizit geschieht wie in dem Kriminalroman Totensteige von Christine Lehmann, dann darf ihm in einer inhaltlich so breit und interdisziplinär angelegten wissenschaftlichen Fachzeitschrift wie der Zeitschrift für Anomalistik durchaus etwas Aufmerksamkeit geschenkt werden."

Mayer konstatiert, es gebe kaum einen prominenten Bereich der Anomalistik, der im Lauf des Krimis nicht zumindest kurz erwähnt wird, und er identifiziert auch das, was ich nur andeute. Seine Aufzählung ist in einer Rezension einmalig und beeindruckend:

"Dabei werden manche Dinge unverhüllt und direkt genannt, andere leicht verschleiert oder verändert – je nachdem, welch große Bedeutung sie für den Plot haben. Man erfährt unter anderem über die Spukuntersuchungen zum „Chopper“-Fall, über ‚Reinkarnationsfälle‘ (Reincarnation Type Cases) in der Türkei, das „Project Stargate“, die „Gesichter von Bélmez“, das sowjetische PK-Medium Nina Kulagina, den ‚Löffelbieger‘ Uri Geller, Experimente mit Wünschelruten, über PK-Experimente mit der „Schmidt-Maschine“, den Decline-Effekt, die Rolle der Statistik für die parapsychologische Forschung, den „Voodoo- Tod“ (psychogener Tod), den Vampir-Mythos, über außergewöhnliche Tierwahrnehmung, die jüngsten Prä- bzw. Retrokognitionsexperimente von Daryl Bem samt gescheiterten Replikationsversuchen, PK-Sittergroup-Experimente nach der Methode von Batcheldor sowie über den Einsatz des holländischen Hellsehers Gérard Croiset bei der Fahndung nach den Entführern von Hanns Martin Schleyer im Jahr 1977 in Kooperation mit dem IGPP in Freiburg. Der vom Skeptiker James Randi ausgeschriebene Preis von 1.000.000 Dollar für den Nachweis einer Anomalie, die einer wissenschaftlichen Prüfung zweifelsfrei standhält, wird leicht abgeändert in einen 1.000.000-Euro-Preis für den gleichen Nachweis, aber mit anderem Ziel und Stifter."

Mayer befindet, es sei mir sogar gelungen, das nicht ganz einfache Modell der Pragmatischen Information von Walter von Lucadou  "ganz griffig" darzustellen. Ob die lexikalische Sammlung zum Thema Psi allerdings dem Krimi so gut tut, zieht Mayer in Zweifel, wobei er mir jedoch "insgesamt eine ordentliche Recherchetätigkeit" bescheinigt und konstatiert: 

"Der Leser bekommt einen verständlichen Eindruck von manchen Problemlagen einzelner Teilgebiete parapsychologischer Forschung vermittelt, soweit dies im Rahmen eines solchen Buches möglich ist."

Herzlichen Dank an Dr. Gerhard Mayer für seine Würdigung meiner Arbeit.